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» 18.05.2015

S/4 HANA – die Ablöse für BW?

Eine sehr plakative Aussage ist, dass mit S/4 HANA bzw. HANA Live umfangreiche Reportingfunktionalitäten in den Applikationen zur Verfügung stehen und damit OLTP (Online-Transaction-Processing)  und OLAP (Online Analytical Processing) näher zusammenrücken. Damit steigt die Verunsicherung bei manchen BW Kunden: Ist das BW System nun unnötig? Oder soll ein BW System überhaupt eingeführt werden? Ein Kollege hat mir unlängst ein typisches Beispiel erzählt: Eine Abteilung eines Kunden besuchte eine Veranstaltung und kam mit der Aussage: „Wir brauchen BW nicht mehr“ retour. Die andere Abteilung besuchte eine andere Veranstaltung und siehe da: „Wir brauchen BW auf jeden Fall“, war hier das Ergebnis.

Wie zumeist, sind beide Aussagen richtig (oder falsch), je nach Betrachtungssicht und Anwendungsfall.

Ich möchte daher hier eine kurze Zusammenfassung präsentieren, Thomas Zurek (VP for Development of SAP HANA BW) behandelt dieses Thema eingehend in seinen Blogs, die aus meiner Sicht genau den Punkt treffen (Link siehe unten).

Fakt ist, dass mit S/4 HANA neue, bisher nicht da gewesene Möglichkeiten vorhanden sind. Operationales Reporting, das bisher mangels anderer Möglichkeiten in BW realisiert wurde, kann nun mit S/4 HANA wieder „zurück wandern“ und unter Umständen (ich bin hier vorsichtig, ich habe bereits unterschiedlichste Anforderungen gesehen) besser, schneller und einfacher realisiert werden.

Denkt man jedoch an die mächtigen Tools, die BW bietet um Daten zu vereinheitlichen, zu bereinigen oder schlicht aus verschiedenen Quellen zusammen zu führen, wird auch klar, warum BW sehr wohl benötigt wird. In vielen Unternehmen werden so Sichten auf die Daten realisiert, die sonst nicht denkbar wären. Für Kunden, die vor einer Entscheidung stehen, ob BW notwendig ist oder nicht, sind es zunächst zwei Betrachtungen, womit eine Diskussion gestartet werden kann. Dabei werden hier jetzt nicht operative, also über einen isolierten Prozess hinausgehende, und strategische Anforderungen betrachtet:

  • Liegen die Unternehmensdaten in mehr als einem System?
  • Daten aus verschiedenen Systemen sind meist nicht einheitlich und konsistent  

Data Warehousing kann dabei physisch durch kopieren der Daten in eine eigene (BW-) Datenbank oder logisch über Views (evt. mit Coding) erfolgen. Die Daten werden dabei transformiert, bereinigt und harmonisiert. Der Unterschied liegt nur im Zeitpunkt, vor oder während der Queryausführung, es führt jedoch kein Weg daran vorbei. Aus dieser Betrachtungsweise heraus ist klar: Operationale Analysen in S/4 HANA können und wollen die strategischen, System-übergreifenden Analysen eines Data Warehouses nicht ersetzen.

http://scn.sap.com/community/bw-hana/blog/2015/04/13/s4hana-and-data-warehousing

 

 


Autor: Irene Preiner


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