SAP Cloud ALM & der Mittelstand: Wie gut kann das Tool Projektmanagement wirklich?

Wer SAP kennt, kennt die klassischen Projektschritte: Discover, Prepare, Explore und so weiter. Doch wie gut schlägt sich SAP Cloud ALM als Management-Tool in Kombination mit der SAP Activate Roadmap? In Teil 3 unserer Serie erkunden wir die Möglichkeiten von SAP Cloud ALM bei der Steuerung von Projektaktivitäten.

 

Wer Projekte erfolgreich umsetzen will, setzt auf Bewährtes. Bei SAP ist dies die SAP Activate Roadmap. Sie bildet das methodische Rückgrat jedes Projekts und füllt die Projektstruktur automatisch mit der bewährten SAP-Implementierungsmethodik, bestehend aus Phasen, Quality Gates, Deliverables, Aufgaben und Rollen.


SAP Activate for SAP Cloud ERP Roadmap, Stand 11/2025, Quelle: SAP

Damit basiert jedes Projekt von Beginn an auf einer standardisierten, praxiserprobten Grundlage – ein wesentlicher Vorteil, den SRB in allen Projekten nutzt, um Struktur, Transparenz und Qualität sicherzustellen.

Doch was ist mit SAP Cloud ALM? Wenn das Tool, wie in Teil 2 unserer Blogserie bereits dargestellt, den gesamten Lebenszyklus von SAP-Cloud-Anwendungen unterstützt, stellt sich eine zentrale Frage: Wie wirken SAP Activate und SAP Cloud ALM gemeinsam? Wo passt‘s und wo hakt‘s? Und was braucht’s?

Genau diesen Fragen wollen wir uns widmen und die Möglichkeiten von SAP Cloud ALM bei der Steuerung von End-to-End-Prozessen betrachten.

Alles in einer Linie

In SAP Cloud ALM steht die „requirement-driven Implementation” im Mittelpunkt jeder Cloud-Transformation. Das bedeutet: Jede Aktivität – vom Design über Entwicklung, Test und Deployment bis zum Go-Live – leitet sich direkt aus einer dokumentierten Anforderung ab.


Abbildung 3: Requirement driven implementation (© 2023 SAP SE or an SAP affiliate company. All rights reserved.

Damit entsteht ein durchgängiger, nachvollziehbarer Prozess, in dem die wichtigsten Rollen ineinandergreifen:

  1. Im ersten Schritt wird der Project Scope vereinbart. Das passiert zumeist in der frühen Discovery Phase. SAP stellt das Digital Discovery Assessments (DDA) zur Verfügung, um den Funktionsumfang und die passende Cloud Lösung herauszufinden.
  2. Daraus werden auch die Best Practices und die SAP Activate Roadmap abgeleitet. Beides wird in SAP Cloud ALM in das Projekt übernommen und bilden das Rückgrat des weiteren Vorgehens.
  3. Im Zuge der Fit-to-Standard Workshops prüfen Business-Process-Expert:innen der Kunden gemeinsam mit Consultants des SRB-Teams die Best Practice Prozesse. Notwendige Abweichungen werden als Requirements dokumentiert.
  4. Der Process Owner des Kunden bestätigt die erarbeiteten Requirments. Best Practice Prozesses und Requirements ergeben zusammen den Project Scope für die Umsetzung der Lösung.
  5. Das Projektteam erarbeitet nun User Stories und Features für die Umsetzung.
  6. Projektmanagement und Solution Architects gliedern die Umsetzung in Umsetzungspakete (z.B. Sprints, Increments).
  7. Consultants und Entwickler:innen implementieren die User Stories.
  8. Tester prüfen die Anforderungen auf Erfüllung.
  9. Erst nach Freigabe erfolgt das Deployment in die Produktion.

Der gesamte Prozess ist in SAP Cloud ALM transparent dokumentiert– die Grundlage einer strukturierten, sicheren und messbaren SAP-Implementierung im Mittelstand.

Warum Governance wichtig ist

Erfolgreiche Projekte benötigen Klarheit. Vor allem Klarheit darüber, wer wann was macht, wer entscheidet. Die besten Prozesse oder Tools helfen nichts, wenn die organisatorische Abstimmung und Transparenz fehlen. Erst eine klare Rollentrennung sorgt für Nachvollziehbarkeit und Qualität im gesamten Projekt.

Deshalb sei hier an dieser Stelle noch einmal explizit betont: Was es braucht, ist ein klares Governance-Modell in SAP Cloud ALM. Wir empfehlen deshalb die bewährte Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten nach SAP Activate zu prüfen und erweitern das Kernteam um

  • Business Architect: Zentraler Ansprechpartner für das reibungslose ineinandergreifen der abzubildenden End2End Prozesse
  • Technical Architect: Zentraler Ansprechpartner für WRICEF und technische Architektur der Lösung

Am Weg zur Lösung mit SAP Cloud ALM als Central Source of Truth

So aufgestellt können sich Mittelständler auf dem Weg zu SAP Cloud ALM als Central Source of Truth für ihre SAP-Projekte machen. Und diese Reise beginnt mit Best Practices.

Beim Einrichten des Projekts in SAP Cloud ALM wird neben der Projektstruktur aus SAP Activate auch der passende Best Practice Content übernommen. Die Grundlage dafür ist in der Regel das Digital Discovery Assessment (DDA). Aus diesem werden Best Practice Prozesse abgeleitet, die den Ausgangspunkt für die fachliche Projektumsetzung, den Projekt-Scope, bilden.

Der Projekt-Scope entsteht in Fit-to-Standard-Workshops und umfasst Best-Practice Prozesse und Abweichungen, die als Requirements in SAP Cloud ALM dokumentiert werden.

Ein sauber aufgesetztes, freigegebenes initiales Backlog schafft eine gemeinsame Sicht aller Projektbeteiligten auf Ziele, Umfang und Aufwand in den nächsten Projektphasen. Es bildet die Grundlage für ein professionelles Projektcontrolling in SAP Cloud ALM. Wie das in der Praxis aussehen kann und was hier zu beachten ist, dem widmen wir uns im nächsten Teil der Serie. Dranbleiben.

SAP Cloud ALM - Einblicke und Hintergründe

In unserer Blogreihe zu „SAP Cloud ALM & der Mittelstand“ blicken wir von unterschiedlichen Perspektiven auf das SAP-Tool und gehen der Frage nach, warum es sich für viele KMU lohnt, darauf zu setzen. Hier die vergangenen Beiträge im Überblick:

Teil 1: Warum braucht der heimische Mittelstand SAP Cloud ALM?

Teil 2: Ein Tool für den gesamten Lebenszyklus

 

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